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Osnabrücker Schlafjournal


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Pro „Objektive Messung des Schlafverhaltens“

Trotz des dramatischen Zuwachses der Bedeutung technisch-objektiver Untersuchungsverfahren in der Medizin ist die Selbstbeobachtung des Patienten und die Mitteilung dieser Beobachtungen an den Arzt auch heute noch eine wesentliche,unverzichtbare Basis...

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Pro „Objektive Messung des Schlafverhaltens“

Trotz des dramatischen Zuwachses der Bedeutung technisch-objektiver Untersuchungsverfahren in der Medizin ist die Selbstbeobachtung des Patienten und die Mitteilung dieser Beobachtungen an den Arzt auch heute noch eine wesentliche,unverzichtbare Basis...


Trotz des dramatischen Zuwachses der Bedeutung technisch-objektiver Untersuchungsverfahren in der Medizin ist die Selbstbeobachtung des Patienten du die Mitteilung dieser Beobachtungen an den Arzt auch heute noch eine wesentliche und unverzichtbare Basis der Diagnostik. Im Bereich der Schlafmedizin sind aber der Selbstbeobachtung sehr enge Grenzen gesetzt: Im Gegensatz zu Schmerzen, Atemnot, äußerlichen Verletzungen, Hautveränderungen u.v.a. sind Störungen des Schlafes nur sehr begrenzt beobachtbar. Genau genommen ist der Schlaf einer Selbstbeobachtung überhaupt nicht zugänglich, weil er sich ja gerade durch das Fehlen bewusster Wahrnehmung und eine zustandabhängige (weitgehende) Amnesie auszeichnet. Auch den eigenen Traum kann das Individuum nicht beobachten: Träume können zwar erinnert werden, aber wie sich diese Erinnerung zum „echten" Traum verhält ist unbekannt. Beobachten kann der Mensch also eigentlich nur, dass er - gegebenenfalls - nicht schläft; und in dieser Hinsicht ist die Selbstwahrnehmung, insbesondere was die Schätzung von Zeitintervallen angeht, sehr ungenau. Zwar gibt es darüberhinaus offensichtlich eine unspezifische Wahrnehmung von Schlafqualität und -erholsamkeit, aber alle wesentlichen und vor allem für bestimmte Erkrankungen charakteristischen pathophysiologischen Phänomene im Schlaf (Apnoen, perodische Beinbewegungen, Schlafwandeln, Einschlaf-REM-Episoden und andere) sind der Selbstwahrnehmung praktisch unzugänglich, es sei denn sie gehen zeitlich sehr eng mit längerdauernden Aufwach-Ereignissen einher.

Deshalb ist die Schlafmedizin sogar mehr als andere Fachbereiche auf objektive Methoden angewiesen, was eindrücklich auch dadurch unterstrichen wird, dass erst die breite Anwendung der Schlafpolygraphie zu einer differenzierten Nosologie und Therapie schlafbezogener Erkrankungen geführt hat. Die Tatsache, dass bei einem sehr großen Teil von Patienten, die subjektiv ihren Schlaf oder ihre Vigilanz am Tage als quantitativ und qualitativ unzureichend erleben, mit technischen Methoden keine therapeutisch relevanten pathologischen Befunde erhoben werden können, spricht nicht gegen das Primat der objektiven Messung des Schlafverhaltens in der Schlafmedizin. Im Gegenteil, die Schlafpolygraphie ist insbesondere bei chronischen Beschwerden die einzig verfügbare diagnostische Entscheidungshilfe, die es erlaubt, spezifisch behandelbare Schlafstörungen von solchen zu trennen, bei denen die subjektiv erlebten Symptome entweder nur unspezifisch oder überhaupt nicht direkt mit der Schlaf-Wach Regulation in Zusammenhang stehen. Deshalb können auch „negative" schlafpolygraphische Befunde von hohem diagnostischen Wert und großer therapeutischer Relevanz sein.





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