Osnabrücker Schlafjournal
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Schlaf und Bewusstsein
Wer sich mit dem Schlaf und der Streßforschung beschäftigt, wird über kurz oder lang nicht umhin kommen, sich mit dem Phänomen der Bewußtseinsveränderung im Schlaf zu beschäftigen unter Einbeziehung der Wirkung von Streßphänomenen im Wachzustand.
Können wir im Schlaf beispielsweise durch träumen gestreßt werden? Ist der Schlaf immer als positives Entspannungsphänomen zu interpretieren? Beides stimmt nicht. Der Schlaf ist ein Phänomen, das nicht gleichzusetzten ist mit tiefer Entspannung oder Regeneration, auch nicht mit reiner Traumarbeit. Dennoch benötigen wir den Schlaf als Ausgleich zu unseren Wachphasen des Tages. Welche Rolle spielt dabei der Streß am Tag?
Ständiger Schlafentzug bedeutet Streß: Im Mittelalter wurde das als Foltermethode eingesetzt. Es führte zum Auftreten von Wahnvorstellungen wie Stimmen hören, also zu einem völligen geistigen und körperlichen Verwirrung. Unser Gehirn benötigt scheinbar unterschiedliche Aktivierungsgrade, um gesund zu bleiben! Wir können sogar durch Messungen der allgemeinen Aktivitätsverschiebungen am Tag feststellen, daß das linke Gehirn in erster Linie im Wachzustand genutzt wird. Dies bedeutet nichts anderes, als daß wir im Wachbewußtsein eine enge Wahrnehmungskontrolle der inneren und äußeren Reize besitzen.
Nachts sind diese Kontrollfunktionen im Hintergrund, und die rechtshirnigen Eigenschaften, wie etwa Phantasien und freie Vorstellungen (Assoziationen), gewinnen die Oberhand. Verarbeitete und unverarbeitete Eindrücke und Erfahrungen des Tages (Auch früherer Erinnerungen können mit einbezogen werden) werden als "Film" abgespult.
Vornehmlich in den sogenannten Traumphasen (REM-Phasen) werden die Szenarien aneinandergereiht und kombiniert. Die regelmäßigen, etwa alle 60-90 Minuten auftretenden REM-Phasen sind Phasen gehobener geistiger Aktivität.
Probleme des Tages können beispielsweise hierdurch eher gelöst werden, indem wir Problemlösungen träumen, gleichsam als Problemlösung durchspielen. Dabei verarbeiten wir meistens starke oder gegensätzliche Gefühle. Dies kann festgestellt werden, wenn Menschen während Traumphasen kurz geweckt werden und über den Traum berichten. In diesen nächtlichen ausgeprägten Traumphasen, die jeweils etwa 15 Minuten lang sind und gegen morgen hin etwas kürzer werden, verarbeiten wir wahrscheinlich alltäglich Erlebtes, alte Erinnerungen, aber auch neue Kombinationen. Unser Gehirn ist in solchen Phasen also sehr kreativ.
Da in den Traumphasen auch Erinnerungen von früher in unserem Bewußtsein emporsteigen, werden solche Phasen gern von Psychotherapeuten aufgearbeitet, da unbewußte wie bewußte Erinnerungen gleichsam in Symbolen zutage treten. Auch in den dazwischenliegenden Phasen (Non-REM-Phasen genannt) ist eine ständige Entspannung für Körper und Gehirn nicht vorhanden.
Auch hier träumen wir, jedoch weniger ausgeprägt. Auch das Langzeitgedächtnis scheint hier eine Auffrischung zu erhalten. (Häufige Wiederholungen von Erlebtem speichern sich in unserem Langzeitgedächnis). In der Struktur des Schlafes zeigt sich das natürliche Bestreben des Gehirns, ein inneres Gleichgewicht herzustellen, durch die Dynamik von Anspannung und Aktivierung im Gegensatz zu regelmäßig auftretenden entspannenden Phasen und Traumelementen. Schlaf bedeutet also ein aktives Bewußtein auf unterschiedlichem Niveau ein sensibel-kreativer Bewußtseinszustand.
Natürlich werden Sie auch schon oft bemerkt haben, daß Sie auch tagsüber ein natürliches Schlafbedürfnis haben. Bei gesunden Erwachsenen konnte festgestellt werden, daß das Bedürfnis nach kurzen Schlafpausen in der überwiegenden Zahl der Fälle am Nachmittag, etwa zwischen 14:00 und 18:00 Uhr auftritt. Dies war davon unabhängig, ob z.B. ein schwerverdauliches Mittagessen eingenommen wurde. Das Gehirn schläft demnach nie. Es wechselt nur die Schubladen der Aktivität periodenhaft- ein Regelkreis (Biorhythmus) , der tags und nachts abläuft
Diese Biorhythmen (die sogenannten Taktgeber) liegen in den Zellgruppen des Hypothalamus des Gehirns und steuern am Tage wie nachts die Regelkreise des Organismus, sorgen für Temperaturausgleich, und beeinflussen über Hormone andere Aktivitäten unseres Seele-Körper Gefüges.
Auch hier träumen wir, jedoch weniger ausgeprägt. Auch das Langzeitgedächtnis scheint hier eine Auffrischung zu erhalten. (Häufige Wiederholungen von Erlebtem speichern sich in unserem Langzeitgedächnis). In der Struktur des Schlafes zeigt sich das natürliche Bestreben des Gehirns, ein inneres Gleichgewicht herzustellen, durch die Dynamik von Anspannung und Aktivierung im Gegensatz zu regelmäßig auftretenden entspannenden Phasen und Traumelementen. Schlaf bedeutet also ein aktives Bewußtein auf unterschiedlichem Niveau ein sensibel-kreativer Bewußtseinszustand.
Ein ausgeglichenes Wechselspiel des Systems ist für eine optimale Lebensführung unerläßlich. Entspannung im Sinne von "Wohlspannung", also das richtige Maß von gefordert sein (Streß) und Loslassen können ist durch Entspannungsverfahren sehr gut erlernbar, fördert dann auch die Lernfähigkeit bzw. allgemeine Leistungsfähigkeit in Beruf und Freizeit und ermöglicht kreative Entscheidungen.
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